ifo Bereich Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmärkte: Aufgabenschwerpunkte
Der Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmärkte hat folgende Schwerpunkte:
- Arbeitsmarktökonomik,
- Familienökonomik,
- Evaluationsstudien zu sozial-, familien- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Institutionen.
Zu den methodischen Kernkompetenzen des Bereichs gehören
- angewandte theoretische Forschung,
- mikroökonometrische Analysen mit dem Schwerpunk kausale Identifikation.
Arbeitsmarktökonomik
Die richtige Balance zwischen allokativer Effizienz und gerechter Verteilung zu finden ist die zentrale Aufgabe einer Politik, welche die Arbeitsmärkte und das System der sozialen Sicherung gestaltet. Eine der größten Herausforderungen für die Politik ist es dabei, den von Arbeitslosigkeit Betroffenen sowohl die Aufnahme einer Beschäftigung zu ermöglichen als auch ein angemessenes Mindesteinkommen zu sichern. In seiner angewandten Arbeitsmarktforschung analysiert und evaluiert der Bereich Instrumente zur sozialen Sicherung des allgemeinen Existenzminimums für erwerbsfähige Personen und entwickelt dabei auch einschlägige Evaluationsmethoden weiter. Unter der Berücksichtigung internationaler Erfahrungen entwickelt und erarbeitet er außerdem eigene Vorschläge zur Gestaltung des sozialen Sicherungssystems, durch die eine neue Balance zwischen Erwerbsanreizen und Einkommenssicherheit für geringqualifizierte Arbeitskräfte hergestellt werden kann. In seiner theoretischen Arbeitsmarktforschung beschäftigt sich der Bereich vorwiegend mit Friktionen und Institutionen am Arbeitsmarkt. Dabei werden die Auswirkungen von Friktionen und Institutionen auf die Arbeitslosenquote, die Dauer der Arbeitslosigkeit, die Lohnverteilung und die Ausgestaltung der Personalpolitik untersucht.
Familienökonomik
Sozial- und familienpolitische Maßnahmen werden oft unter verteilungspolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Neben der Wirkung auf die relative Einkommenssituation der Begünstigten ergeben sich jedoch auch Effekte auf das Arbeitsangebot. Der Bereich beschäftigt sich in seiner Forschung mit den Auswirkungen ausgewählter sozial- und familienpolitischer Instrumente auf das Arbeitsangebot von Eltern. Dabei analysiert er den Effekt von öffentlich geförderter Kinderbetreuung auf Müttererwerbstätigkeit, untersucht die Arbeitsanreizwirkungen alternativer Behandlungen von Familien im Einkommenssteuerrecht und bewertet die Arbeitsangebotsreaktionen von Eltern auf monetäre staatliche Leistungen. Darüber hinaus beschäftigt sich der Bereich mit Fragen des demographischen Wandels mit dem Ziel, die ökonomischen Konsequenzen von sinkenden Geburtenraten und des Älterwerdens der Bevölkerung zu beschreiben und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die bestehende Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik aufzuzeigen.
Evaluationsstudien zu sozial-, familien- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Institutionen
Politiker sind nicht so sehr an Korrelationen interessiert, sondern vielmehr an tatsächlich ursächlichen Zusammenhängen. Sie wollen wissen, wie sich bestimmte Politikmaßnahmen kausal auf zuvor definierte Zielvariablen auswirken. Deshalb liegt ein weiterer Schwerpunkt des Bereichs Sozialpolitik und Arbeitsmärkte auf mikroökonometrischen Evaluationsstudien, in denen anhand quasi-experimenteller Methoden kausale Effekte von sozial-, familien- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Institutionen identifiziert werden. Dadurch gibt der Bereich nicht nur politischen Entscheidungsträgern wertvolle Informationen über die Wirkung politischer Maßnahmen zur Hand; auch wissenschaftlich sind die verwendeten Methoden am aktuellen Rand der empirischen Arbeitsmarktforschung.