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Docbase - Publikationsdatenbank der CESifo Gruppe

Detailinformationen zur Publikation

Pfeiffer, Doris / Greß, Stefan / Bieback, Karl-Jürgen / Ulrich, Volker

Haushaltssanierung auf Kosten der Krankenkassen: Folgen höhere Sozialabgaben?

Um 2015 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, soll der Bundeszuschuss an die Krankenkassen gekürzt werden. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbands, sieht durch diesen Beschluss zwar keine unmittelbaren Beitragserhöhungen auf die gesetzlich Versicherten zukommen. Zugleich sei aber auch klar, dass die einmal abgeschöpften Reserven mittelfristig nicht mehr für die gesundheitliche Versorgung der gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen. Künftige Ausgabensteigerungen, die über der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung liegen, werden demnach frühzeitiger zu einem höheren Beitragsbedarf der Krankenkassen führen und seien mittelfristig sehr wohl ein Beschleunigungsprogramm für Beitragserhöhungen. Für Stefan Greß, Hochschule Fulda, und Karl-Jürgen Bieback, Universität Hamburg, hätte ein Ausbau der Steuerfinanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung Vorteile gegenüber dem Status quo der Beitragsfinanzierung. Allerdings müsste die Finanzierung von GKV-Ausgaben kontinuierlich mit anderen Ausgabentiteln im Bundeshaushalt konkurrieren. Perspektivisch sei daher eher mit einem weiteren Abbau des Bundeszuschusses und damit einer steigenden finanziellen Belastung der Beitragszahler zu rechnen. Eine nachhaltigere Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und eine Kompensation des eher sinkenden Steueranteils der Finanzierung der GKV sehen die beiden Autoren eher in der Einführung einer Bürgerversicherung. Volker Ulrich, Universität Bayreuth, sieht Handlungsbedarf für eine verbindliche Koppelung der Höhe des Bundeszuschusses an die Entwicklung der versicherungsfremden Ausgaben. Die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen in der GKV sollte nach festen Regeln erfolgen, damit sie nicht weiterhin Spielball der Politik ist.

Budget Consolidation at the Health Insurance Funds’ Expense: Is This What Higher Social Security Contributions Will Lead To?

To achieve a balanced budget in 2015, the federal subsidy for health insurance funds is to be cut. Doris Pfeiffer, Chairman of the Board of the National Association of Statutory Health Insurance Funds, does not expect this decision to lead to any direct increase in contributions. At the same time, however, it is clear that the reserves accumulated in the past will no longer be available in the mid-term to provide health care for individuals with statutory health insurance. Future increases in expenditure that are above general wage developments will therefore require health insurance funds to charge higher contributions earlier in the future; and certainly do represent a fast track to higher contributions in the mid-term. For Stefan Greß, Fulda University of Applied Sciences, and Karl-Jürgen Bieback, University of Hamburg, there are advantages in an increase in the taxation-based financing of statutory health care compared to the status quo of contribution financing. Moreover, the financing of expenditure on statutory health funds constantly has to compete with other expenditure titles in the federal budget. A further reduction in federal subsidies is to be reckoned with in the future, which will place a heavier financial burden on contributors. Both authors see a more sustainable financing of statutory health insurance and compensation for the falling share of statutory health insurance financing in the introduction of a citizens’ health insurance scheme (“Bürgerversicherung”). Volker Ulrich, University of Bayreuth, highlights the need for action to establish a mandatory link between the size of the federal subsidy and trends in non-insurance expenditure. The taxation-based financing of non-insurance services by statutory health insurance funds should be governed by fixed rules, so that it is no longer a pawn in the hands of politicians.

ifo Schnelldienst 67 (07), 03-12

Verlag: ifo Institut, München, 2014

Schlagwörter: Gesetzliche Krankenversicherung, Finanzierung der Sozialversicherung

JEL Klassifikation:
[I110] Analysis of Health Care Markets
[I180] Health: Government Policy; Regulation; Public Health

Artikelnummer: 11012014007001

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Enthalten in Zeitschrift bzw. Sammelwerk:

  1. "ifo Schnelldienst 07/2014", ifo Institut, München, 2014, 03-30 | Details | PDF Download | EPUB Download

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