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Personenkontrollen würden Österreicher 9 bis 24 Euro pro Kopf und Jahr kosten

03.03.2016

Personenkontrollen an allen Grenzen auf der Balkan- und der Italien-Route würden Österreich bei der Jahreswirtschaftsleistung zwischen 80 und 210 Millionen Euro kosten. Das sind 0,02 bis 0,06 Prozent des BIP oder 9 bis 24 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Das hat das ifo Institut in einer neuen Studie ausgerechnet, die demnächst veröffentlicht wird.

"Dabei wären die Exporte von Waren und Dienstleistungen um 300 Millionen Euro niedriger und die Importe um 600 Millionen", sagt Gabriel Felbermayr, der Leiter des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. "Diese Zahlen sind weit niedriger als sie von Prognos und France Stratégie geschätzt wurden, weil dort Grenzschließungen im gesamten Schengen-Raum unterstellt wurden und mit übertrieben hohen Zusatzkosten für die Logistikbranche gerechnet wurde. Die volkswirtschaftlichen Kosten von Kontrollen wären im Übrigen nur ein winziger Bruchteil der Kosten für weitere Flüchtlinge."

Sollten an allen österreichischen Grenzen Personenkontrollen eingeführt werden, so wären die Effekte größer. Die Jahreswirtschaftsleistung fiele um 400 bis 990 Millionen Euro niedriger aus. Das sind zwischen 0,12 und 0,27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "Der österreichische Bürger wäre damit zwischen 47 Euro und 116 Euro im Jahr ärmer", sagt Felbermayr. Diesen Kosten muss man aber die Kostenersparung bei der Kontrolle der Flüchtlinge im Lande gegenüberstellen.

Effekte auf den Überseehandel wurden in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Ebenfalls unberücksichtigt blieb, dass die Kontrollen nur die Einreise, nicht aber die Ausreise betreffen, und dass ein beträchtlicher Teil der Handelsströme gar nicht die Straße benutzen. Die berechneten Effekte sind daher als Obergrenzen anzusehen.

Ökonometrische Ergebnisse zeigen, dass Personenkontrollen wie ein Zoll von 0,5 Prozent wirken. Dies ist konsistent mit den Erfahrungen an den Grenzen der USA zu Kanada und Mexiko. Dort warten Lastwagen im Durchschnitt 20 Minuten.

Kontakt

Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D.

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