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Mindestlohn behindert Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt

Der Mindestlohn wird nach Einschätzung des ifo Instituts sehr wahrscheinlich ein Hindernis für die erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt darstellen. Denn auf Basis von Zahlen aus türkischen Lagern und internationalen Test-Ergebnissen schätzen die Wissenschaftler, dass fast 50 Prozent der Flüchtlinge aus Syrien nicht einmal über grundlegende Bildungskenntnisse verfügen. Das schreiben die Autoren Gabriel Felbermayr und Michele Battisti in einem Aufsatz für den neuen ifo Schnelldienst.

Schon im Jahre 2013 berichteten 22 Prozent der Migranten zwischen 25 und 55 Jahren aus nicht-westlichen Kulturkreisen, dass sie einen Stundenlohn unter dem heutigen Mindestlohn verdienten, wie aus Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) hervorgeht.

Unter jenen Menschen, die erst in den vorangegangenen fünf Jahren nach Deutschland gekommen waren, verdienten demnach fast 50 Prozent weniger als den heutigen Mindestlohn. Migranten, die seit fünf Jahren oder weniger in Deutschland leben, hatten auch eine höhere Arbeitslosenquote. Sie lag bei Einwanderern aus nicht-EU- bzw. ärmeren Herkunftsländern bei 12,5 Prozent und damit um ganze 7 Prozentpunkte höher als bei Einheimischen. Und 43 Prozent der 25- bis 55-Jährigen in dieser Gruppe hatten kein Arbeitseinkommen. Bei Einheimischen waren es nur 16 Prozent.

Eine Ausnahme aus dem Mindestlohn nur für Flüchtlinge allerdings ist nach Auffassung des ifo Instituts kontraproduktiv und nicht empfehlenswert. Der Mindestlohn sollte daher für alle Arbeitnehmer abgeschafft werden. Verteilungspolitische Ziele werden besser mit einem Kombi-Lohn verfolgt als mit einem staatlichen Eingriff in die Lohnstrukturen. Eine Reform ist dringend geboten. 

Veröffentlichung

  1. Battisti, Michele und Gabriel Felbermayr, "Migranten im deutschen Arbeitsmarkt: Löhne, Arbeitslosigkeit, Erwerbsquoten", ifo Schnelldienst 68 (20), 2015, 39-47 | Details | PDF Download

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Fax: +49(0)89/985369
E-Mail: battisti @ ifo.de
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Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D.

ifo Institut
ifo Zentrum für Außenwirtschaft
Telefon: +49(0)89/9224-1428
Fax: +49(0)89/985369
E-Mail: felbermayr @ ifo.de
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