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ifo-Präsident Sinn kritisiert EZB-Stresstest als zu zahm

26.10.2014

ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat den Banken-Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) als „zu zahm“ kritisiert.

„Die EZB hat es vermieden, ein Szenario der Deflation für Südeuropa durchzuspielen. Daher hat sie nur eine geringe Kapitallücke bei vielen Banken ausgemacht. An einer Änderung der relativen Preise, die neben einer Inflation im Norden auch eine Deflation im Süden beinhaltet, kommt man aber nicht vorbei, wenn man die Wettbewerbsfähigkeit der Südländer ohne einen Anstieg des durchschnittlichen Preisniveaus im Euroraum wiederherstellen möchte. Wenn man die Wettbewerbsfähigkeit allein über eine sehr hohe Inflation im Norden herstellen wollte, würde man das Mandat der EZB, im Durchschnitt stabile Preise zu gewährleisten, verletzen“, erklärte er am Sonntag in München. Die EZB habe mit ihren Annahmen implizit ein Inflationsszenarium für den Durchschnitt der Eurozone unterstellt, um nicht allzu viele Banken unter die rote Linie fallen zu lassen.

Ansprechpartner

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