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"Osteuropa hortet DM"

Presseecho, dpa, 12.11.2000

Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, sieht die Ursachen für den schwachen Euro in den hohen D-Mark-Beständen außerhalb Deutschlands. Im Ausland, vor allem in Osteuropa, seien zwischen 60 und 80 Milliarden DM in Umlauf, sagte er der Zeitschrift "Focus". Dies entspreche einem Viertel der gesamten deutschen Bargeldmenge. "Die Ausländer wissen zwar, dass die DM abgeschafft und im Jahr 2002 wertlos wird. Sie wissen aber nicht genau, zu welchem Kurs und wie sie ihre D-Mark umtauschen können", sagte Sinn. Diese Unsicherheit führe dazu, dass Menschen in Osteuropa oder der Türkei ihre D-Mark jetzt in Währungen tauschen, die auch nach 2002 noch existieren - also in Dollar oder Pfund. Nach Ansicht des Ifo-Präsidenten bleibt der Europäischen Zentralbank (EZB) nichts anderes übrig, als die zurückdrängenden D-Mark-Bestände aus Osteuropa wieder aufzukaufen. "Sonst kommt es zu einem weiteren Kursverfall. Der wird erst stoppen, wenn das neue Geld real in Umlauf ist."Der Ifo-Präsident lobte die Arbeit der Währungshüter: "EZB-Chef Wim Duisenberg macht seine Sache gut." Die Umtauschwelle aus Osteuropa habe nicht die EZB zu verantworten, sondern die Regierungschefs der beteiligten Länder, die die verzögerte Euro-Einführung beschlossen haben. "Vielleicht haben die Währungshüter aber zu spät begriffen, dass sie entschlossen intervenieren müssen, um den Euro zu stabilisieren", meinte Sinn.

 

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