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Hohe Verteilungswirkungen der Euro-Einführung

Presseecho, Neue Züricher Zeitung Online, 27.11.2000

Deutschland als Verlierer

München, 26. Nov. (Reuters) Die Einführung des Euro-Bargeldes Anfang 2002 wird Deutschland gemäss einer Studie des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung einen Verlust von knapp 60 Mrd. DM bescheren. Dieser Betrag ergibt sich laut Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn aus der Übertragung des Gewinns bei der Bargeldschöpfung von den nationalen Notenbanken auf die Europäische Zentralbank (EZB). Deutschland sei dabei der grösste Verlierer der Währungsunion und Frankreich der grösste Gewinner. Der sogenannte Geldschöpfungsgewinn entsteht dadurch, dass die Notenbank das von ihr geschöpfte Bargeld den Privatbanken zur Verfügung stellt und diese dafür Wertpapiere bei der Notenbank hinterlegen müssen. Dafür erzielt die Notenbank einen Zinsgewinn, der künftig der EZB zukommen wird. Diese verteile die Zinseinnahmen nach einem im Vertrag von Maastricht festgelegten Schlüssel, der sich nach dem Sozialprodukt und der Gesamtbevölkerung der elf Staaten richtet. Die Menge des umlaufenden Bargeldes in einem Land werde durch den Schlüssel, so wie er bisher geplant sei, nicht berücksichtigt. Deshalb benachteilige er Länder wie Deutschland, die über eine grosse Bargeldmenge verfügten. Zweitgrösster Verlierer der Währungsunion sei Spanien mit einem einmaligen Verlust von 21,6 Mrd. DM, schreibt Sinn. Dagegen gewinne Frankreich rund 60 Mrd. und Portugal 9 Mrd. DM.

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