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ifo-Prognosen konsistent

Presseartikel von Hans-Werner Sinn, Financial Times Deutschland, 20.12.2006, Nr. 247, S. 30

Zur Kolumne „Konjunktur für Quereinsteiger" von Thomas Fricke, FTD vom 15. Dezember

Das Ifo prognostiziert keineswegs, dass die Arbeitslosigkeit ab 2008 dauerhaft unter die Vier-Millionen- Grenze fällt, sondern vermutet im Gegenteil, dass dieses Ereignis, wenn es denn überhaupt schon für- 2008 auftritt, nur temporärer Natur sein wird. Im Übrigen kann die FTD meine Aussage, der Rückgang könne kaum mehr als eine halbe Million betragen, nicht auf den Januar des Jahres 2005 beziehen, als die konjunkturelle Arbeitslosigkeit ihr Maximum erreicht hatte. Als ich meine Aussage machte, lag die Jahresarbeitslosenzahl bei 4,38 Millionen (was der Schätzung in der Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst ziemlich genau entsprach). Einen Rückgang um deutlich mehr als eine halbe Million, also auf deutlich unter 3,88 Millionen im Jahresdurchschnitt, hielt ich für unwahrscheinlich, weil der Tiefpunkt der Arbeitslosigkeit im vorangehenden Boom des Jahres 2000 bei 3,89 Millionen gelegen hatte und seit Beginn der 70er-Jahre ein steigender Trend bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war.

Ich halte das Unterschreiten des Tiefpunktes des Jahres 2000 bis zum Gipfel des jetzigen Booms noch immer nicht für sonderlich wahrscheinlich, wenngleich ich einräume, dass die Wirkungen von Hartz IV vielleicht doch etwas stärker sein könnten, als es jetzt den Anschein hat. In diesem Jahr wird die Arbeitslosigkeit nach unserer aktuellen Prognose jedenfalls bei 4,5 Millionen liegen, im nächsten Jahr bei 4,1 Millionen und im Jahr 2008 bei knapp 4,0 Millionen. Ein Widerspruch zu meiner Aussage aus dem Jahr 2003 ist im Gegensatz zur Behauptung der FTD vorläufig jedenfalls nicht erkennbar.

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-lnstituts, München

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