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Basarökonomie brandgefährlich für Arbeitsmarkt

Presseartikel von Hans-Werner Sinn, Wasserburger Anzeiger, 04.02.2006, S. 31

Zu „Cash für Wissen“ im Regionalteil:

Leserbrief von Hans-Werner Sinn

Zu ihrem Leserquiz stellen Sie die Frage: „Was versteht man unter der Hypothese der Basarökonomie?“. Keine der vorgegebenen Antworten ist richtig. Die richtige Antwort lautet so: „Ein wachsender Prozentsatz der deutschen Industrieproduktion wird nicht mehr in Deutschland produziert, sondern als Vorleistungen aus anderen Ländern bezogen. Deutschland wird so immer mehr zur Handelsdrehscheibe (Basar). Das bedeutet, dass auch beim Export die Wertschöpfung hinter der Mengenentwicklung zurück bleibt. Die Entkopplung von Mengen und Werten verläuft wegen hoher und starrer deutscher Löhne übermäßig rasch, sie impliziert aber nicht, dass die Wertschöpfung im Export fällt. Im Gegenteil: Die hohen Löhne treiben ein Übermaß an Arbeit und Kapital aus den arbeitsintensiven Sektoren der Wirtschaft in die kapitalintensiven Exportsektoren mit der Folge, dass sich die Wertschöpfung in den Binnensektoren zu langsam und im Export zu schnell entwickelt. Die Wirtschaft spezialisiert sich im Übermaß. Die Wertschöpfung im Export steigt zu schnell und in Relation dazu entwickeln sich auch die Exportmengen zu schnell.

Hans-Werner Sinn, ifo Institut für Wirtschaftsforschung (München)

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