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Arbeit billiger machen

Presseartikel von Hans-Werner Sinn, DM - Das private Wirtschaftsmagazin, 09.09.1999, Heft 9, S. 138

Endlich hat sich die rot-grüne Bundesregierung dazu durchgerungen, eine unternehmerfreundliche Steuerreform auf die Beine zu stellen. Das war überfällig. Jetzt muß aber auch die Reform der persönlichen Einkommensteuer folgen. Wer den Arbeitsmarkt beleben will, muß den Faktor Arbeit billiger machen. Es hilft wenig, die von Unternehmen einbehaltenen Gewinne mit 25 Prozent Körperschaftsteuer plus einer Gewerbeertragsteuer von durchschnittlich 13 Prozent zu versteuern, wenn gleichzeitig die Einkommensteuer in der Spitze immer noch bei 48,5 Prozent liegt. Auf diese Weise wird nur ein "jobless growth", aber kein nachhaltiges Wachstum der Beschäftigung erreicht. Ein verheirateter Arbeitnehmer, der 43 Mark brutto pro Stunde verdient und den Splittingvorteil ausnutzt, bekommt für jede zusätzlich gearbeitete Stunde nur 20 Mark ausbezahlt. Das kann so nicht bleiben.

Arbeit muß sich wieder lohnen und zwar für alle. Das ifo Institut hat deshalb einen Tarif mit drei Sätzen in Höhe von 20, 30 und 40 Prozent vorgeschlagen. So würde sich die Grenzsteuerbelastung von jemandem, der 70 000 Mark brutto oder mehr im Jahr verdient, auf 40 Prozent belaufen. Der ifo Tarif senkt die Grenzbelastung bei allen Einkommen. Er ist einfach und überschaubar, und er führt zu mehr Jobs. Das ist und bleibt die wichtigste Aufgabe in diesem Land. Deswegen gilt: An einer deutlichen Senkung der Einkommensteuer führt kein Weg vorbei.

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