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Sparen und Wachsen: das Dilemma der Staatschefs

Interview mit Hans-Werner Sinn, Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2012, S. 5

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Europa ein?

Westeuropa durchläuft eine Rezession, aber die Entwicklung ist doch sehr gespalten. Während Deutschland boomt, steckt die Peripherie in der Krise.

Was wären griffige Maßnahmen,um die horrende Staatsverschuldung abzubauen?

Die überschuldeten Staaten der Peripherie sind allesamt zu teuer. Sie müssen die Löhne ,der Staatsbediensteten kürzen, weil es nicht möglich ist, sie mit Kredit weiter zu finanzieren.Der Vorteil ist, dass dann auch die Löhne der Privatwirtschaft unter Druck kommen, was die Voraussetzung dafür ist, dass man seine Wettbewerbsfähigkeit zurückerhält.

Wird es den Euro als Währung im Jahr 2014 noch geben?

Ich hoffe es, aber ich vermute, es sind nicht mehr alle Länder dabei.

Was ist des Hauptproblem an der Staatsverschuldung in Europa?

Das Hauptproblem ist, dass sich die Staaten im Ausland verschuldet haben und nun ihre politische Macht einsetzen, um die Schulden bei Privatleuten in Schulden bei anderen Staaten zu verwandeln.

Was raten Sie Anlegerinnen und Anlegern, wie und wo Sie Ihre Ersparnisse anlegen und investieren können?

Man sollte die Dinge, die man mit seinem Geld kauft, anfassen können — zumindest sollte man einen Eigentumstitel gegenüber Dingen haben, die man anfassen kann. Dazu würde ich Aktien zählen.

In welchen Regionen der Welt sehen Sie Wachstumschancen?

Asien wächst noch auf lange Zeit schneller als Europa und Osteuropa wird noch auf lange Zeit schneller als Westeuropa wachsen.

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