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Hans-Werner Sinn glaubt fest an den Aufschwung

Interview mit Hans-Werner Sinn, Bunte, 28.12.2006, S. 114

Er ist nicht nur einer der führenden Wirtschaftsexperten. Professor Hans-Werner Sinn, 58, gilt als einer der einflussreichsten ökonomischen Denker und sorgt mit seinen provokanten Thesen für Diskussionen. BUNTE fragte ihn nach seinen Prognosen.

Ja, wir glauben, er hat noch Kraft für mindestens zwei weitere Jahre. Die Firmen müssen ihre Maschinen erneuern, Fabrikgebäude renovieren, all das tun, was sie aufgeschoben haben. Da die Unternehmen investieren, belebt sich die Wirtschaft und es entstehen Arbeitsplätze. Die Zahl der Arbeitslosen ist dieses Jahr um 400 000 gesunken, und das wird sie nächstes Jahr hoffentlich wieder tun. Ich vermute, dass die Entwicklung mindestens noch bis 2008 anhält, bevor die nächste Flaute beginnt.

Machen Sie uns keine Angst!

Nein, wieso? Das Auf und Ab der Konjunktur hat es schon immer gegeben. Und das wird auch so bleiben.

Von der Idee der Vollbeschäftigung haben wir uns ja ohnehin längst verabschiedet...

Und das war falsch. Wenn wir Schröders Reformen konsequent weitertreiben würden, würden wir den Weg dahin zurückfinden.

Wie soll das klappen?

Indem wir den Kündigungsschutz für Neuverträge lockern, Öffnungsklauseln für Tarifverträge schaffen und die Macht der Gewerkschaften auf diese Weise beschränken. Vor allem aber durch einen aktivierenden Sozialstaat, der nicht mehr das Wegbleiben vom Arbeitsplatz, sondern das Mitmachen bezahlt.

Und wie wirkt sich die Mehrwertsteuer-Erhöhung aus?

Für sich genommen macht sie die Arbeit im Inland noch teurer und schafft weitere Anreize für Schwarzarbeit. Andere Steuern wären aber noch schlechter. A.D.

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