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Vorab-Ergebnisse des Ifo World Economic Survey (WES) vom 4. Quartal 2012 (08. November 2012)

ifo Wirtschaftsklima im Euroraum weiter verschlechtert

Der ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im vierten Quartal 2012 weiter gesunken. Während sich die aktuellen Lagebeurteilungen nur leicht eintrübten, sind die Erwartungen für die nächsten sechs Monate erheblich negativer geworden. Als auptgrund für die schwierige Wirtschaftslage im Euroraum werden von den Befragungsteilnehmern „öffentliche Haushaltsdefizite“ genannt. Fehlende Nachfrage und eine hohe Arbeitslosigkeit rangieren auf den folgenden Plätzen der derzeit wichtigsten wirtschaftlichen Probleme im Euroraum. Eine wirtschaftliche Erholung ist noch nicht in Sicht.

Unverändert auf Rezessionsniveau liegen die Beurteilungen zur aktuellen Wirtschaftslage
in den Euro-Krisenländern Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern. In Belgien, Frankreich, Irland, den Niederlanden und Slowenien schätzen die WES-Experten die aktuelle Lage weiterhin als ungünstig ein. In Deutschland wird die derzeitige Wirtschaftslage im Vergleich zum Vorquartal zwar als etwas schlechter eingeschätzt, sie befindet sich aber weiterhin im zufriedenstellenden Bereich. Letzteres gilt auch für Estland und die Slowakei. In Finnland dagegen schwenkten die befragten Experten in ihrem Urteil zur aktuellen Wirtschaftslage von „befriedigend“ auf „ungünstig“ um. 

In den meisten Euro-Mitgliedsländern hat sich die Erwartungshaltung für die nächsten sechs Monate gegenüber dem Vorquartal weiter verschlechtert, es wird überwiegend keine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erwartet. Lediglich in Irland, den Niederlanden und Estland sind die Erwartungen für das nächste halbe Jahr positiv. 

Die Inflationserwartungen für 2012 sind im Euroraum von 2,2% leicht auf 2,4% p.a. gestiegen. Die kurzfristigen Zinsen werden nach Ansicht der WES-Experten in den nächsten sechs Monaten weitgehend unverändert bleiben, die langfristigen Zinsen nur leicht anziehen. Die Mehrheit der befragten Experten im Euroraum rechnet mit einem weitgehend stabilen Euro/US-Dollar Wechselkurs in den nächsten sechs Monaten.

Hans-Werner Sinn
Präsident des ifo Instituts

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Euroraum (Indexwerte, Basisjahr: 2005 = 100)

Quartal/Jahr IV/10 I/11 II/11 III/11 IV/11 I/12 II/12 III/12 IV/12
Klima 107,5 116,8 118,9 110,6 83,7 84,8 100,3 88,9 81,7
Lage 131,5 142,7 159,4 156,6 128,7 109,1 114,7 103,5 97,9
Erwartungen 93,4 101,6 95,1 83,6 57,4 70,5 91,8 80,3 72,1

Anmerkung

Die ifo Expertenumfrage zur Weltkonjunktur erfasst wirtschaftliche Trends durch die Befragung von volkswirtschaftlichen Experten aus multinationalen Unternehmen und international agierenden Institutionen. Die zusammengefassten Ergebnisse der Weltumfrage werden am 15. November 2012 veröffentlicht.
Die Ergebnisse für den Euroraum basieren im Oktober 2012 auf den Meldungen von 270 Experten. Die Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris durchgeführt.

Ausführliche Darstellung der Ergebnisse

  1. Plenk, Johanna, Gernot Nerb, Klaus Wohlrabe und Michael Kleemann, "CESifo World Economic Survey November 2012", CESifo World Economic Survey 11 (4), 2012, 1-28 | Details | PDF Download

  1. Nerb, Gernot und Johanna Plenk, "ifo Weltwirtschaftsklima bleibt eingetrübt", ifo Schnelldienst 65 (22), 2012, 19-30 | Details | PDF Download

Kontakt

Johanna Garnitz

ifo Institut
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