Geschäftsklimaindex für kleine und mittlere Unternehmen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der KfW Bankengruppe hat das ifo Institut einen Geschäftsklimaindex für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt, der monatlich von der KfW Bankengruppe unter dem Titel KfW-ifo-Mittelstandsbarometer veröffentlicht wird. Eine größenklassenbezogene Auswertung der monatlichen Konjunkturumfragen in der gewerblichen Wirtschaft (Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel) ermöglicht Aussagen zur konjunkturellen Entwicklung des Mittelstandes im Vergleich zur Gruppe größerer Unternehmen und zur Entwicklung der Gesamtkonjunktur.
Bei der Definition der Unternehmen als Mittelständler musste Unterschieden in den sektorspezifischen Strukturen Rechnung getragen werden. Zu den Mittelständlern zählen im verarbeitenden Gewerbe Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten, im Großhandel solche, die maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen. Zur Erhöhung der analytischen Trennschärfe wurden die Grenzen beim Einzelhandel (maximal 12,5 Mio. EUR Jahresumsatz) und beim Bauhauptgewerbe (bis zu 200 Beschäftigte) enger gezogen.
Berichtet wird über den Saldo der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage (Prozentanteil der Gutmeldungen abzüglich des Prozentanteils der Schlechtmeldungen), über den anlog ermittelten Saldo der Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr, sowie über das hieraus als Mittelwert errechnete Geschäftsklima.
Um nicht nur eine Aussage zur Entwicklung der Mittelstandskonjunktur im Zeitverlauf, sondern auch im Vergleich zu den Großunternehmen treffen zu können, wurde zudem der relative KfW-ifo-Mittelstandsindikator konstruiert: Er ist definiert als Saldo des Geschäftsklimas (der Lageeinschätzungen, der Erwartungen) der Mittelständler abzüglich des Geschäftsklimasaldos (des Lageeinschätzungssaldos, des Erwartungssaldos) der Großunternehmen und kann unbereinigt zwischen -200 (100 % Negativmeldungen bei den Mittelständlern, 100 % Positivmeldungen bei den Großunternehmen) und +200 (100 % Positivmeldungen bei den Mittelständlern, 100 % Negativmeldungen bei den Großunternehmen) schwanken. Um das kurzfristige „Datenrauschen“ herauszufiltern, wurden die Originalzeitreihen des relativen Mittelstandsindikators mit einem gleitenden Sechsmonatsdurchschnitt geglättet. Ein Anstieg deutet, unabhängig von der absoluten Konjunktursituation, auf eine relative Verbesserung der Mittelständler im Vergleich zu Großunternehmen hin, und umgekehrt.
Sämtliche Zeitreihen sind saison- und mittelwertbereinigt. Die Nulllinie markiert somit den „konjunkturneutralen“ langfristigen Durchschnitt. Indikatorwerte größer (kleiner) Null weisen auf eine überdurchschnittliche bzw. positive (unterdurchschnittliche bzw. negative) Konjunktursituation hin.